Der klassische Legacy-Boot, auch als BIOS-Boot bezeichnet, bildet das traditionelle Startverfahren älterer Systeme und unterscheidet sich grundlegend von modernen UEFI-Implementierungen. Beim Legacy-Boot erfolgt der Systemstart noch nach dem klassischen BIOS-Prinzip, bei dem kein kryptografisches Prüfverfahren wie Secure Boot eingesetzt wird. Stattdessen wird direkt ein Bootsektor von einem Datenträger oder über das Netzwerk geladen und ausgeführt.
Im Gegensatz zum UEFI-Modell arbeitet der Legacy-Boot mit einer festen Speicheradresse und einer 16-Bit-Initialisierung des Prozessors. Dadurch ist der Bootvorgang einfacher aufgebaut, jedoch auch weniger flexibel und sicher. Es existiert keine Signaturprüfung von Bootloadern oder Kerneln, denn das BIOS führt schlicht den Code aus, der sich im Bootsektor oder in der über PXE geladenen Datei befindet.
Ablauf des PXE-Boots im Legacy-Modus
Beim PXE-Start über BIOS wird zunächst der PXE-ROM des Netzwerkadapters initialisiert. Dieser fordert über DHCP eine IP-Adresse an und erhält im selben Prozess die Informationen zum Bootserver sowie den Namen der zu ladenden Bootdatei (z. B. pxeboot.n12).
Der weitere Ablauf gestaltet sich typischerweise wie folgt:
- BIOS-Initialisierung: Das System initialisiert die Hardware und übergibt die Kontrolle an das Netzwerkinterface mit aktiviertem PXE-ROM.
- DHCP-Anfrage: Der PXE-Client sendet eine DHCPDISCOVER-Anfrage, um eine IP-Adresse sowie Bootparameter zu erhalten.
- TFTP-Download: Nach erfolgreichem DHCP-Austausch lädt der Client die angegebene Bootdatei (z. B. pxeboot.n12) vom Server über das TFTP-Protokoll.
- Bootloader-Ausführung: Das BIOS übergibt die Kontrolle an den geladenen Bootloader, der anschließend weitere Komponenten (z. B. Kernel, Initrd, Menüdateien) nachlädt.
- Systemstart: Der Bootloader startet das Betriebssystem basierend auf den in der Konfiguration (z. B. pxelinux.cfg/default) angegebenen Parametern.

