Änderungen von Dokument Legacy Boot

Zuletzt geändert von jklein am 2025/11/19 14:46

Von Version 3.1
bearbeitet von jklein
am 2025/11/19 14:44
Änderungskommentar: Neuen Anhang Legacy Boot_Bootscreen.png hochladen
Auf Version 4.1
bearbeitet von jklein
am 2025/11/19 14:45
Änderungskommentar: Es gibt keinen Kommentar für diese Version

Zusammenfassung

Details

Seiteneigenschaften
Inhalt
... ... @@ -16,8 +16,6 @@
16 16  * **Bootloader-Ausführung**: Das BIOS übergibt die Kontrolle an den geladenen Bootloader, der anschließend weitere Komponenten (z. B. Kernel, Initrd, Menüdateien) nachlädt.
17 17  * **Systemstart**: Der Bootloader startet das Betriebssystem basierend auf den in der Konfiguration (z. B. pxelinux.cfg/default) angegebenen Parametern.
18 18  
19 - {{aagon.infobox}}Als Bootloader werden im Legacy-Modus typischerweise Bootloader wie SYSLINUX bzw. PXELINUX eingesetzt. Diese laden über einfache Konfigurationsdateien (z. B. pxelinux.cfg/default) die Kernel- und Initrd-Dateien. Die Menüstruktur ist textbasiert und wird vom Bootloader interpretiert, ohne dass Signaturen oder Zertifikate geprüft werden.{{/aagon.infobox}}
20 -
21 21  (% class="box infomessage" %)
22 22  (((
23 23  [[image:https://doc.aagon.com/bin/download/XWiki/Aagon Infobox/WebHome/Information.svg||alt="Hinweis" height="32" width="32"]] **Hinweis: **
... ... @@ -25,4 +25,79 @@
25 25  Als Bootloader werden im Legacy-Modus typischerweise Bootloader wie SYSLINUX bzw. PXELINUX eingesetzt. Diese laden über einfache Konfigurationsdateien (z. B. pxelinux.cfg/default) die Kernel- und Initrd-Dateien. Die Menüstruktur ist textbasiert und wird vom Bootloader interpretiert, ohne dass Signaturen oder Zertifikate geprüft werden.
26 26  )))
27 27  
26 += Vorbereitung des Bootloaders =
27 +
28 +Laden Sie zu Beginn von der offiziellen Webseite des SYSLINUX-Projekts die aktuelle Version herunter:
29 +[[https:~~/~~/wiki.syslinux.org/wiki/index.php?title=SYSLINUX>>url:https://wiki.syslinux.org/wiki/index.php?title=SYSLINUX]]
30 +
31 +Entpacken Sie das Archiv. Aus dieser ZIP-Datei benötigen Sie folgende Dateien, welche Sie ins Root-Verzeichnis Ihres PXE-Ordners kopieren:
32 +
33 +* ##pxelinux.0## (im Pfad ##bios/core/pxelinux.0## relativ zur entpackten ZIP) - dies ist der Haupt-Bootloader für Legacy-BIOS + PXE. Diese Datei muss in ##pxeboot.n12##umbenannt werden.
34 +* ##ldlinux.c32## (im Pfad ##bios/com32/elflink/ldlinux/ldlinux.c32##) - ein Kern-Modul (COM32) von SYSLINUX, das das Laden weiterer Module bzw. Erweiterungen unterstützt.
35 +* ##libutil.c32## (im Pfad## bios/com32/libutil/libutil.c32##) - eine Bibliotheks-/Hilfsmoduldatei innerhalb der COM32-Module, die allgemeine Utility-Funktionen für andere Module bereitstellt.
36 +* ##menu.c32## (im Pfad ##bios/com32/menu/menu.c32##) - ein Modul zur Anzeige eines Textmenüs beim Booten; wenn im Konfigurationsfile z. B. ##DEFAULT menu.c32## gesetzt ist, wird dieses Menü-Modul gestartet.
37 +
38 +Legen Sie diese Dateien direkt in das Root-Verzeichnis Ihres PXE-Ordners ab. Damit stellen Sie sicher, dass beim PXE-Boot-Vorgang der Bootloader und die Module korrekt über TFTP erreichbar sind. Hinweise hierzu finden Sie u. a. [[in der offiziellen Dokumentation>>url:https://docs.oracle.com/cd/E20815_01/html/E20821/gjqeh.html]].
39 +
40 +{{code language="bash"}}
41 +/tftpboot/
42 +├── pxeboot.n12
43 +├── ldlinux.c32
44 +├── libutil.c32
45 +└── menu.c32
46 +{{/code}}
47 +
48 += Anlage des Konfigurations-Ordners =
49 +
50 +Erzeugen Sie im PXE-Ordner anschließend einen Unterordner mit dem Namen ##pxelinux.cfg##. Im Verzeichnis## pxelinux.cfg## werden später die Boot-Konfigurationsdateien für PXELINUX abgelegt. Typischerweise wird dieses Verzeichnis direkt unter dem TFTP-Root bzw. im Verzeichnis, in dem die Datei ##pxeboot.n12## liegt, erstellt.
51 +
52 += Aufbau der Boot-Konfigurationsdateien =
53 +
54 +Legen Sie im Ordner pxelinux.cfg die Boot-Konfigurationsdateien an. Dabei gilt eine bestimmte Namens- und Suchlogik, die das Verhalten Ihres PXE-Bootservers steuert:
55 +
56 +* ##**default**:## Dies ist die Standard-Konfigurationsdatei. Wenn keine spezifischere Datei für einen Client gefunden wird (z. B. anhand MAC oder IP), wird diese Datei verwendet. Üblicherweise abgelegt als ##pxelinux.cfg/default.##
57 +* ##**01-<MAC-Adresse>**##: Eine Datei für exakt einen bestimmten Client, identifiziert durch seine MAC-Adresse. Die Namenskonvention beginnt mit ##01-##, gefolgt von der MAC-Adresse in Kleinbuchstaben, mit Bindestrichen anstelle von Doppelpunkten. Beispiel: ##01-23-45-67-89-AB##. Damit kann einer einzelnen Maschine eine eigene Boot-Konfiguration zugewiesen werden.
58 +* ##**<IP-Hex>**##: Eine Datei, die auf der IP-Adresse des Clients basiert. Hierbei wird die IP-Adresse in hexadezimaler Form verwendet (z. B. für ##192.168.1.1 → C0A80101##). Diese Variante ermöglicht die Konfiguration je nach IP-Adresse bzw. Subnetz. ([[hpc.temple.edu>>url:https://www.hpc.temple.edu/mhpc/hpc-technology/exercise2/pxelinux.html]])
59 +* ##**<IP-TeilHex>**##: Kürzere Varianten der IP-Hex-Adresse. Falls keine Datei mit vollständiger IP-Hex gefunden wird, versucht PXELINUX kürzere Versionen (z. B. nur die oberen Bytes) der IP in hexadezimaler Form auszuwerten. Dadurch ist eine Art „Subnetz-Konfiguration“ über die Dateinamen möglich. ([[hpc.temple.edu>>url:https://www.hpc.temple.edu/mhpc/hpc-technology/exercise2/pxelinux.html]])
60 +
61 +== Reihenfolge des Suchprozesses ==
62 +
63 +Wenn ein Client bootet, durchsucht PXELINUX das Verzeichnis pxelinux.cfg in folgender Reihenfolge nach Konfigurationsdateien:
64 +
65 +1. Datei basierend auf der MAC-Adresse (also ##01-<MAC>##)
66 +1. Datei basierend auf der vollständigen IP in hexadezimaler Form (##<IP-Hex>##)
67 +1. Datei basierend auf abgekürzter IP in hex (z. B. nur die oberen Bytes ##<IP-TeilHex>##)
68 +1. Datei ##default##
69 +
70 +Diese Reihenfolge stellt sicher, dass zuerst die spezifischste Konfiguration genutzt wird. Wenn keine passende Datei gefunden wird, wird auf die Standardkonfiguration zurückgegriffen. ([[hpc.temple.edu>>url:http://hpc.temple.edu/]])
71 +
72 +== Zweck der Mechanismen ==
73 +
74 +* Die Datei mit der MAC-Adresse ermöglicht eine exakte Zuweisung einer individuellen Boot-Konfiguration zu einer bestimmten Hardware.
75 +* Die Datei mit der IP-Adresse (oder Teilen davon) erlaubt Gruppenkonfigurationen oder Zuweisungen entsprechend Netzwerk oder Subnetz.
76 +* Die default-Datei stellt sicher, dass jeder Client zumindest eine Boot-Konfiguration bekommt, falls keine spezialisierte Datei vorhanden ist.
77 +* Durch die Kombination dieser Mechanismen können flexibel bestimmte Clients differenziert behandelt werden, während andere auf eine generische Konfiguration zurückfallen.
78 +* Für die meisten einfachen Szenarien genügt es, eine einzige default-Datei anzulegen. Damit wird eine einheitliche Konfiguration für alle Clients bereitgestellt.
79 +
80 += Beispielkonfiguration (Standard-Variante) =
81 +
82 +In einem vereinfachten Setup wird eine einzige Konfigurationsdatei default genutzt, um eine generelle Boot-Konfiguration für alle Clients zu verteilen. Legen Sie im Verzeichnis pxelinux.cfg eine Datei mit dem Namen default an und tragen Sie dort z. B. folgende Grundstruktur ein:
83 +
84 +{{code language="bash"}}
85 +DEFAULT menu.c32
86 +MENU TITLE Netzwerk-Boot
87 +TIMEOUT 50
88 +PROMPT 0
28 28  
90 +LABEL local
91 + MENU LABEL Boot von lokale Festplatte
92 + LOCALBOOT 0xffff
93 +{{/code}}
94 +
95 +Diese Struktur zeigt ein einfaches Menü an, welches das Modul menu.c32 verwendet („DEFAULT menu.c32“) und als Default-Eintrag das lokale Booten definiert. Sie können diese Vorlage mit weiteren Einträgen, Kernel, Init-RD und anderen Optionen erweitern. Wenn Sie nun ausgehend von dieser Konfiguration starten, erhalten Sie die folgende Bildschirmansicht und der Boot würde nach 5 Sekunden automatisch von der lokalen Festplatte starten.
96 +
97 +[[image:https://extranet.aagon.com/download/attachments/277579981/01.%20bootscreen.png?version=1&modificationDate=1762786235657&api=v2]]
98 +
99 +[[Legacy Boot_Bootscreen>>image:Legacy Boot_Bootscreen.png||alt="Legacy Boot_Bootscreen"]]
100 +
101 +
© Aagon GmbH 2026
Besuchen Sie unsere Aagon-Community