Änderungen von Dokument Legacy Boot
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Zusammenfassung
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Details
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... ... @@ -16,8 +16,6 @@ 16 16 * **Bootloader-Ausführung**: Das BIOS übergibt die Kontrolle an den geladenen Bootloader, der anschließend weitere Komponenten (z. B. Kernel, Initrd, Menüdateien) nachlädt. 17 17 * **Systemstart**: Der Bootloader startet das Betriebssystem basierend auf den in der Konfiguration (z. B. pxelinux.cfg/default) angegebenen Parametern. 18 18 19 - {{aagon.infobox}}Als Bootloader werden im Legacy-Modus typischerweise Bootloader wie SYSLINUX bzw. PXELINUX eingesetzt. Diese laden über einfache Konfigurationsdateien (z. B. pxelinux.cfg/default) die Kernel- und Initrd-Dateien. Die Menüstruktur ist textbasiert und wird vom Bootloader interpretiert, ohne dass Signaturen oder Zertifikate geprüft werden.{{/aagon.infobox}} 20 - 21 21 (% class="box infomessage" %) 22 22 ((( 23 23 [[image:https://doc.aagon.com/bin/download/XWiki/Aagon Infobox/WebHome/Information.svg||alt="Hinweis" height="32" width="32"]] **Hinweis: ** ... ... @@ -25,4 +25,79 @@ 25 25 Als Bootloader werden im Legacy-Modus typischerweise Bootloader wie SYSLINUX bzw. PXELINUX eingesetzt. Diese laden über einfache Konfigurationsdateien (z. B. pxelinux.cfg/default) die Kernel- und Initrd-Dateien. Die Menüstruktur ist textbasiert und wird vom Bootloader interpretiert, ohne dass Signaturen oder Zertifikate geprüft werden. 26 26 ))) 27 27 26 += Vorbereitung des Bootloaders = 27 + 28 +Laden Sie zu Beginn von der offiziellen Webseite des SYSLINUX-Projekts die aktuelle Version herunter: 29 +[[https:~~/~~/wiki.syslinux.org/wiki/index.php?title=SYSLINUX>>url:https://wiki.syslinux.org/wiki/index.php?title=SYSLINUX]] 30 + 31 +Entpacken Sie das Archiv. Aus dieser ZIP-Datei benötigen Sie folgende Dateien, welche Sie ins Root-Verzeichnis Ihres PXE-Ordners kopieren: 32 + 33 +* ##pxelinux.0## (im Pfad ##bios/core/pxelinux.0## relativ zur entpackten ZIP) - dies ist der Haupt-Bootloader für Legacy-BIOS + PXE. Diese Datei muss in ##pxeboot.n12##umbenannt werden. 34 +* ##ldlinux.c32## (im Pfad ##bios/com32/elflink/ldlinux/ldlinux.c32##) - ein Kern-Modul (COM32) von SYSLINUX, das das Laden weiterer Module bzw. Erweiterungen unterstützt. 35 +* ##libutil.c32## (im Pfad## bios/com32/libutil/libutil.c32##) - eine Bibliotheks-/Hilfsmoduldatei innerhalb der COM32-Module, die allgemeine Utility-Funktionen für andere Module bereitstellt. 36 +* ##menu.c32## (im Pfad ##bios/com32/menu/menu.c32##) - ein Modul zur Anzeige eines Textmenüs beim Booten; wenn im Konfigurationsfile z. B. ##DEFAULT menu.c32## gesetzt ist, wird dieses Menü-Modul gestartet. 37 + 38 +Legen Sie diese Dateien direkt in das Root-Verzeichnis Ihres PXE-Ordners ab. Damit stellen Sie sicher, dass beim PXE-Boot-Vorgang der Bootloader und die Module korrekt über TFTP erreichbar sind. Hinweise hierzu finden Sie u. a. [[in der offiziellen Dokumentation>>url:https://docs.oracle.com/cd/E20815_01/html/E20821/gjqeh.html]]. 39 + 40 +{{code language="bash"}} 41 +/tftpboot/ 42 +├── pxeboot.n12 43 +├── ldlinux.c32 44 +├── libutil.c32 45 +└── menu.c32 46 +{{/code}} 47 + 48 += Anlage des Konfigurations-Ordners = 49 + 50 +Erzeugen Sie im PXE-Ordner anschließend einen Unterordner mit dem Namen ##pxelinux.cfg##. Im Verzeichnis## pxelinux.cfg## werden später die Boot-Konfigurationsdateien für PXELINUX abgelegt. Typischerweise wird dieses Verzeichnis direkt unter dem TFTP-Root bzw. im Verzeichnis, in dem die Datei ##pxeboot.n12## liegt, erstellt. 51 + 52 += Aufbau der Boot-Konfigurationsdateien = 53 + 54 +Legen Sie im Ordner pxelinux.cfg die Boot-Konfigurationsdateien an. Dabei gilt eine bestimmte Namens- und Suchlogik, die das Verhalten Ihres PXE-Bootservers steuert: 55 + 56 +* ##**default**:## Dies ist die Standard-Konfigurationsdatei. Wenn keine spezifischere Datei für einen Client gefunden wird (z. B. anhand MAC oder IP), wird diese Datei verwendet. Üblicherweise abgelegt als ##pxelinux.cfg/default.## 57 +* ##**01-<MAC-Adresse>**##: Eine Datei für exakt einen bestimmten Client, identifiziert durch seine MAC-Adresse. Die Namenskonvention beginnt mit ##01-##, gefolgt von der MAC-Adresse in Kleinbuchstaben, mit Bindestrichen anstelle von Doppelpunkten. Beispiel: ##01-23-45-67-89-AB##. Damit kann einer einzelnen Maschine eine eigene Boot-Konfiguration zugewiesen werden. 58 +* ##**<IP-Hex>**##: Eine Datei, die auf der IP-Adresse des Clients basiert. Hierbei wird die IP-Adresse in hexadezimaler Form verwendet (z. B. für ##192.168.1.1 → C0A80101##). Diese Variante ermöglicht die Konfiguration je nach IP-Adresse bzw. Subnetz. ([[hpc.temple.edu>>url:https://www.hpc.temple.edu/mhpc/hpc-technology/exercise2/pxelinux.html]]) 59 +* ##**<IP-TeilHex>**##: Kürzere Varianten der IP-Hex-Adresse. Falls keine Datei mit vollständiger IP-Hex gefunden wird, versucht PXELINUX kürzere Versionen (z. B. nur die oberen Bytes) der IP in hexadezimaler Form auszuwerten. Dadurch ist eine Art „Subnetz-Konfiguration“ über die Dateinamen möglich. ([[hpc.temple.edu>>url:https://www.hpc.temple.edu/mhpc/hpc-technology/exercise2/pxelinux.html]]) 60 + 61 +== Reihenfolge des Suchprozesses == 62 + 63 +Wenn ein Client bootet, durchsucht PXELINUX das Verzeichnis pxelinux.cfg in folgender Reihenfolge nach Konfigurationsdateien: 64 + 65 +1. Datei basierend auf der MAC-Adresse (also ##01-<MAC>##) 66 +1. Datei basierend auf der vollständigen IP in hexadezimaler Form (##<IP-Hex>##) 67 +1. Datei basierend auf abgekürzter IP in hex (z. B. nur die oberen Bytes ##<IP-TeilHex>##) 68 +1. Datei ##default## 69 + 70 +Diese Reihenfolge stellt sicher, dass zuerst die spezifischste Konfiguration genutzt wird. Wenn keine passende Datei gefunden wird, wird auf die Standardkonfiguration zurückgegriffen. ([[hpc.temple.edu>>url:http://hpc.temple.edu/]]) 71 + 72 +== Zweck der Mechanismen == 73 + 74 +* Die Datei mit der MAC-Adresse ermöglicht eine exakte Zuweisung einer individuellen Boot-Konfiguration zu einer bestimmten Hardware. 75 +* Die Datei mit der IP-Adresse (oder Teilen davon) erlaubt Gruppenkonfigurationen oder Zuweisungen entsprechend Netzwerk oder Subnetz. 76 +* Die default-Datei stellt sicher, dass jeder Client zumindest eine Boot-Konfiguration bekommt, falls keine spezialisierte Datei vorhanden ist. 77 +* Durch die Kombination dieser Mechanismen können flexibel bestimmte Clients differenziert behandelt werden, während andere auf eine generische Konfiguration zurückfallen. 78 +* Für die meisten einfachen Szenarien genügt es, eine einzige default-Datei anzulegen. Damit wird eine einheitliche Konfiguration für alle Clients bereitgestellt. 79 + 80 += Beispielkonfiguration (Standard-Variante) = 81 + 82 +In einem vereinfachten Setup wird eine einzige Konfigurationsdatei default genutzt, um eine generelle Boot-Konfiguration für alle Clients zu verteilen. Legen Sie im Verzeichnis pxelinux.cfg eine Datei mit dem Namen default an und tragen Sie dort z. B. folgende Grundstruktur ein: 83 + 84 +{{code language="bash"}} 85 +DEFAULT menu.c32 86 +MENU TITLE Netzwerk-Boot 87 +TIMEOUT 50 88 +PROMPT 0 28 28 90 +LABEL local 91 + MENU LABEL Boot von lokale Festplatte 92 + LOCALBOOT 0xffff 93 +{{/code}} 94 + 95 +Diese Struktur zeigt ein einfaches Menü an, welches das Modul menu.c32 verwendet („DEFAULT menu.c32“) und als Default-Eintrag das lokale Booten definiert. Sie können diese Vorlage mit weiteren Einträgen, Kernel, Init-RD und anderen Optionen erweitern. Wenn Sie nun ausgehend von dieser Konfiguration starten, erhalten Sie die folgende Bildschirmansicht und der Boot würde nach 5 Sekunden automatisch von der lokalen Festplatte starten. 96 + 97 +[[image:https://extranet.aagon.com/download/attachments/277579981/01.%20bootscreen.png?version=1&modificationDate=1762786235657&api=v2]] 98 + 99 +[[Legacy Boot_Bootscreen>>image:Legacy Boot_Bootscreen.png||alt="Legacy Boot_Bootscreen"]] 100 + 101 +
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