Container Adapter
Mit dem Container Adapter haben Sie die Möglichkeit, Active-Directory-Organisationseinheiten (OUs) automatisiert mit ACMP Containern synchronisieren zu lassen. Er ermöglicht, dass Clients bzw. Computer-Objekte, die bestimmten Kriterien oder Filtern entsprechen, automatisch diesen Containern in ACMP zugeordnet werden und so mit den Container-Aktionen von ACMP verwaltet werden können.
Funktionsweise
Die Zuordnung und Verarbeitung der gefundenen OUs erfolgt durch das Zusammenspiel mehrerer Komponenten, die unterschiedliche Aufgaben ausführen. Diese Komponenten werden alle automatisch bei der Produkt-Installation des Container Adapters mit installiert:
| Komponente | Funktion |
|---|---|
AdsConnector- Microservice Vorlage + Instanz | Der AdsConnector ist ein Microservice-Paket. Auf Basis des Microservice-Pakets werden eine Microservice-Vorlage und Microservice-Instanz erstellt. Mit dieser Microservice-Instanz wird eine Verbindung zur Domäne und dem Active Directory hergestellt. Gefundene OUs werden ausgelesen und für die Weiterverarbeitung an den AdsConnector-Workflow geschickt. |
Workflow-Engine | Die Workflow-Engine wird benötigt, um die Workflow-Instanzen auszuführen, die zum Container Adapter gehören. |
AdsConnector-Workflow Vorlage + Instanz | Der AdsConnector-Workflow dient dazu, die von der Microservice-Instanz gesendeten OUs zu verarbeiten und die Daten zu transformieren. Als Output werden schließlich Container in ACMP erstellt, die Sie verwalten können. |
Im Arbeitsbereich Produkte können Sie sich alle Komponenten anzeigen lassen, aus denen sich das Produkt zusammensetzt und sehen, ob diese erfolgreich für die Installation vorbereitet sind. Wählen Sie dafür den Container Adapter aus und klicken Sie im rechten Fenster auf den Button Zusammenfassung anzeigen. Nun werden Ihnen alle Komponenten eingeblendet, die in der Produkt-Installation enthalten sind. Zusätzlich werden Ihnen Informationen dazu angezeigt, ob alle Vorbereitungen für die Installation erfolgreich waren.
Installation
Wählen Sie im Tab Übersicht das Produkt ACMP Container Adapter aus. Klicken Sie anschließend in der Ribbonleiste auf den Button Installieren, um die Installation der aktuellen Version des Container Adapters zu starten. Nun öffnet sich der Installations-Wizard.
Klicken Sie auf den Button Weiter, um die Installation fortzusetzen.
Konfiguration des Microservices
Im zweiten Schritt müssen Sie die Konfiguration des Microservices AdsConnector vornehmen. Wählen Sie dafür zu Beginn einen Namen für die Microservice-Vorlage oder übernehmen Sie den Standard-Vorlagennamen.
Der AdsConnector setzt sich grundlegend aus den folgenden Komponenten zusammen:
| Komponente | Funktion |
|---|---|
ADSConnector Konfiguration | In der primären Konfigurationsebene des ADS Connectors werden die Domain- und Verbindungseinstellungen für das Active Directory festgelegt. |
Filter | Mit dem Filter können Sie festlegen, welche LDAP-Anfrage von dem Initial Collector und dem Event Collector verwendet werden. |
Initial Collector | Im Initial Collector werden die Einstellungen für den Abruf der AD-Objekte festgelegt. Die Ausführung erfolgt initial nach dem Start der Microservice-Instanz AdsConnector und ggf. erneut nach dem festgelegten Intervall. |
Event Collector | Der Event Collector wird bei Änderungen (AD-Events) an AD-Objekten ausgeführt, um die geänderten Objekte abzurufen und zu aktualisieren. |
Objektsender | In der Objektsender-Konfiguration wird festgelegt, wie viele Objekte per Message an ACMP gesendet werden sollen und wie lange auf neue Daten gewartet werden soll, bevor eine neue Message geschickt wird. |
Routing | In den Routing-Einstellungen wird festgelegt, an welchen Virtual Router und Routing-Schlüssel die erfassten AD-Objekte geschickt werden. |
Detaillierte Informationen zur Konfiguration der einzelnen Komponenten finden Sie in den folgenden Abschnitten.
ADSConnector Konfiguration
In der primären Konfigurationsebene des AdsConnectors müssen Sie folgende Einstellungen konfigurieren:
| Element | Beispielwert | Erklärung |
|---|---|---|
Domäne | acmp.local | Active Directory-Serverdomäne, von der die Daten abgeholt werden sollen. |
Domänencontroller | acmp-dc | Name des Domänencontrollers für die AD-Domäne. |
Port-Modus | Standard/Benutzerdefiniert | Möglichkeit zur Auswahl eines eigenen Ports. Als Standard-Port wird der Port 389 verwendet. |
Benutzerdefinierter Port | 123 | Individueller Port, der jede andere Portkonfiguration überschreibt. |
Sichere Verbindung | Aktiviert/Deaktiviert | Aktivierung der sicheren LDAPS-Verbindung über den Port 636. Wird bei Verwendung eines benutzerdefinierten Ports überschrieben. |
Deaktiviere Zertifikatsvalidierung | Aktiviert/Deaktiviert
| Durch Deaktivierung der Zertifikatsvalidierung wird jedes beliebige (auch selbst-signierte oder abgelaufene) Zertifikat des Zielservers akzeptiert. Dies ist ggf. für eine unkomplizierte Einrichtung in Test- oder isolierten Umgebungen hilfreich. |
Zertifikatsfingerabdruck | 49C3F1F2BEBE01B1F20BEC8C1309033D317E9A94 | Eindeutige Prüfsumme des Zertifikatsinhalts zur Identifizierung (SHA-1). Ohne Angabe eines Werts validiert Windows das Zertifikat nach üblichen Trust-Store-Regeln. |
Deaktivierte Zertifikatswiderrufsprüfung | Aktiviert/Deaktiviert | Durch Deaktivierung der Zertifikatswiderrufsprüfung wird bei der Validierung des Zertifikats nicht geprüft, ob das Zertifikat vorzeitig widerrufen wurde. |
Benutzername | administrator | Name des Benutzers, der für die Verbindung genutzt werden soll. |
Passwort | ******** | Passwort des Benutzers, der für die Verbindung genutzt werden soll. |
Authentifizierungsmethode | Kerberos | Methode, die zur Authentifizierung gegenüber des AD genutzt werden soll. Die gewählte Methode muss dabei ebenfalls im AD aktiviert sein. |
Protokollversion | 3 | LDAP-Version, die genutzt werden soll. |
AD Wiederverbindungsverzögerung | 60 Sekunden | Wartezeit zwischen dem erneuten Verbindungsaufbau, falls ein Verbindungsfehler zum AD-Server auftritt. |
Hierarchie beibehalten | Aktiviert | Diese Einstellung ist aktiviert und kann im Container Adapter nicht deaktiviert werden, da die OUs hierarchisch angeordnet sind und dies entsprechend in den Containern abgebildet wird. |
AD-Verbindung |
| Mit diesem Button können Sie die Verbindung und den LDAP-Filter testen. Es wird Ihnen ein Informationsfenster mit dem Ergebnis angezeigt. |
Filter
Mit dem Filter können Sie festlegen, welche LDAP-Anfrage von dem Initial Collector und dem Event Collector verwendet werden.
| Element | Beispielwert | Erklärung |
|---|---|---|
Filter | (|(objectClass=organizationalUnit)(objectClass=computer)(objectClass=domain)(distinguishedName=CN=Deleted Objects,DC=DOMAINPART1,DC=DOMAINPART2)(distinguishedName=CN=Computers, DC=DOMAINPART1,DC=DOMAINPART2)) | Der vorgegebene Beispielwert ist der standardmäßig vorbelegte LDAP-Filter. Bei diesem müssen Sie Ihre Domainparts einsetzen, da eine unscharfe Filtermethode im Container Adapter nicht möglich ist. |
Attributs Whitelist verwenden | Aktiviert/Deaktiviert | Über diese Checkbox wird festgelegt, ob nur Attribute gesendet werden, die in der Attribut-Whitelist festgelegt sind. |
Attribut-Whitelist |
| Liste der Attribute, die gesendet werden, wenn die vorherige Checkbox aktiviert ist. |
Attributtypenaustausch
Die untergeordnete Option Attributtypenaustausch können Sie verwenden, wenn Sie die Syntax oder den Typ von bestimmten Attributen austauschen möchten. Mit diesen Einstellungen werden die bisherigen Einstellungen im Event Collector überschrieben.
Beispiel: Standardmäßig würde der Filter im EventCollector die employeeID als String-Wert auffassen, da dieser auch als String definiert ist.
Wenn Sie im Filter jedoch einen Integer-Vergleich mit diesem Attribut durchführen wollen, sollten Sie den Attributtypen entsprechend auf Integer stellen.
Filter-Beispiel
Hier finden Sie ein Filter-Beispiel für den Container Adapter:
| Beispiel | Filter-Einstellung |
|---|---|
Alle OUs, welche ein bestimmtes AD-Attribut gesetzt haben. | (|(&(objectClass=organizationalUnit)(street=MyStreet))(objectClass=computer)(objectClass=dom ain)(distinguishedName=CN=Deleted Objects,DC=%DOMAINPART1%,DC=%DOMAINPART2%)) |
Initial Collector
Im Initial Collector werden die Einstellungen für den Abruf der AD-Objekte festgelegt. Die Ausführung erfolgt initial nach dem Start der Microservice-Instanz AdsConnector und ggf. erneut nach dem festgelegten Intervall in der Zeitplanung.
| Element | Beispielwert | Erklärung |
|---|---|---|
Initiale Blockgröße | 100 | Menge der ausgelesenen AD-Datensätze pro Lesevorgang. Bei einer großen Anzahl an AD-Objekten (OUs/Computer-Objekten) kann es sinnvoll sein, die Blockgröße zu erhöhen. |
Zeitplanung
In der untergeordneten Option Zeitplanung wird die zeitliche Ausführung des Initial Collectors gesteuert.
| Ausführung | Erklärung |
|---|---|
Deaktiviert | Es erfolgt keine Ausführung. |
Einmalig | Es erfolgt eine einmalige Ausführung. Für die Ausführung kann eine Vorlaufzeit festgelegt werden. Der Microservice wird anschließend direkt beendet. |
Intervall | Es erfolgt eine wiederholte Ausführung des Microservices. Die Wiederholung wird dabei durch das festgelegte Intervall bestimmt. Mit der Checkbox Ignoriere die letzte Ausführungszeit können Sie festlegen, ob ein Intervall, das begonnen und durch ein Stoppen des Microservices nicht abgeschlossen wurde, beim erneuten Start fortgeführt oder ignoriert werden soll. |
Wochentag & Zeit | Es erfolgt eine wiederholte Ausführung des Microservices. Die Wiederholung erfolgt dabei an den ausgewählten Wochentagen zur angegebenen Uhrzeit. |
Event Collector
Der Event Collector wird bei registrierten Änderungen (AD-Events) an AD-Objekten ausgeführt, um die geänderten Objekte abzurufen und zu aktualisieren.
| Element | Beispielwert | Erklärung |
|---|---|---|
Event Collector aktivieren | Aktiviert/Deaktiviert | Aktiviert/deaktiviert die Ausführung des Event Collectors. |
Forest-Root-Domäne | DC=acmp,DC=local | Falls eine Subdomäne ausgelesen werden soll, muss in diesem Feld die Top Level Domäne hinterlegt werden (Forest-Root-Domäne/BaseDN als Distinguished Name). Wenn keine Sub-Domäne, sondern die in der ADSConnector-Konfiguration angegebene Top Level Domäne auslesen werden soll, kann dieses Feld übersprungen werden. Hinweis: Alle Distinguished Name-Attribute, wie z.B. ObjectCategory, können nur über den voll qualifizierten Distinguished Name angesprochen werden und nicht nur über den relativen Distinguished Name. |
Timeout Teilergebnisse-Callback | 7 Tage | Maximale Zeit, die der Event Collector darauf wartet, dass ein nächster Teil der Daten geliefert wird, bevor die Verbindung unterbrochen wird. |
Timeout Attributschema holen | 3 Tage | Maximale Zeit, die der Event Collector wartet, um das Attributschema vom Active Directory abzurufen, bevor die Verbindung unterbrochen wird. |
Objektsender
In der Objektsender-Konfiguration wird festgelegt, wie viele Objekte per Message an ACMP gesendet werden sollen und wie lange auf neue Daten gewartet werden soll, bevor eine neue Message geschickt wird.
| Element | Beispielwert | Erklärung |
|---|---|---|
Stapelgröße | 1 | Mit dieser Einstellung lässt sich festlegen, wie hoch die Anzahl der AD-Objekte ist, die in einer Message an ACMP gesendet werden sollen. |
Stapel Timeout | 30 Sekunden | Mit dieser Einstellung lässt sich festlegen, wie lange auf neue Daten gewartet werden soll, bevor eine neue Message geschickt wird. |
Ausgeschlossene Vergleichsattribute ignorieren | Aktiviert/Deaktiviert | Durch die Aktivierung dieser Checkbox wird die Liste Ausgeschlossene Vergleichsattribute vollständig ignoriert. |
Ausgeschlossene Attribute | pwdLastSet | Über die Liste der „Ausgeschlossenen Attribute“ kann festlegt werden, welche AD-Felder die Collectoren vollständig ignorieren. Diese werden weder beim erstmaligen noch beim wiederholten Auslesen erfasst. Unwichtige Informationen können so gezielt ausgeblendet werden, was die Verarbeitung effizienter gestaltet. |
Ausgeschlossene Vergleichsattribute | lastLogon lastLogoff logonCount badPwdCount badPasswordTime whenChanged | Über die Liste der „Ausgeschlossenen Vergleichsattribute“ kann festlegt werden, an welchen Attributen Änderungen vom Event Collector ignoriert werden sollen. Wenn sich nur diese Attribute ändern, erkennt der Event Collector das nicht als wichtige Änderung und sendet das Objekt nicht erneut an den ACMP-Server. Das hilft, unnötige Last zu verringern. |
Routing
In den Routing-Einstellungen wird festgelegt, an welchen Virtual Router und Routing-Schlüssel die erfassten AD-Objekte geschickt werden.
| Element | Beispielwert | Erklärung |
|---|---|---|
Routing – Virtual Router | WF | An diesen virtuellen Router werden die transformierten AD-Objekte geschickt. |
Routing – Routing-Schlüssel | ?.Aagon.WorkflowInstances.ContainerAdapter_1 | An diesen Routing Key werden die transformierten AD-Objekte geschickt. |
Nun sollten Sie alle Abschnitte der Komponenten nach Ihren Vorgaben konfiguriert haben.
Klicken Sie auf den Button Weiter.
Konfiguration der Workflow-Instanz
Im nächsten Schritt müssen Sie die Konfiguration der Workflow-Instanz vornehmen. Die Workflow-Instanz dient dazu, Container unterhalb einer OU zu transformieren und schließlich Container im ACMP anzulegen bzw. zu aktualisieren.
Vergeben Sie einen Namen für die Workflow-Vorlage oder übernehmen Sie den Standard-Vorlagennamen und wählen Sie den Starttyp aus.
Diese Elemente können Sie für die Workflow-Instanz konfigurieren:
| Element | Beispielwert | Erklärung |
|---|---|---|
ContainerRoot (erforderlich) | DC=domain,DC=local | Über diesen Eintrag kann die Verarbeitung auf eine Organisationseinheit beschränkt werden, indem eine Teilstruktur des AD selektiert wird. |
ACMPServerId | B409E715-****-****-****-63B389447AE4 | Sollten Sie mehrere ACMP Server im Einsatz haben, können Sie hier gezielt die Kommunikation einschränken. Die ServerID finden Sie im Installationsverzeichnis vom ACMP Server in der Server.ini. Die Eingabe erfolgt ohne geschweifte Klammern. |
MaxAgeInDays | 365 | Legt fest, wie alt ein Active Directory-Objekt maximal sein darf, damit es vom System importiert wird. Daher werden nur Objekte, die innerhalb dieses Zeitraums geändert oder aktualisiert wurden, berücksichtigt. |
Wenn Sie alle nötigen Einstellungen angepasst haben und kein Fehler mehr angezeigt wird, klicken Sie auf den Button Weiter. Folgen Sie nun den weiteren Anweisungen des Installations-Wizards.
Nach der Installation
Nach dem Abschluss der Installation wird das Active Directory nun entsprechend der von Ihnen vorgenommenen Konfiguration nach OUs durchsucht, die gefundenen OUs werden für den Import in ACMP transformiert und importiert. Als Output werden die gefundenen OUs schließlich mit den dazugehörigen AD-Objekte in ACMP angelegt und können so mit den Container-Aktionen von ACMP verwaltet werden.
Im Workspace Microservices können Sie die Microservice-Vorlage des ADSConnectors einsehen und die Konfiguration, wenn nötig, nachträglich bearbeiten.

